Was genau ist eigentlich Permakultur?


Wie es einer der Gründerväter der Permakultur, Bill Mollison, so schön sagt:

"Permakultur dreht sich um die Gestaltung nachhaltiger menschlicher Siedlungen. Es ist eine Philosophie und ein Konzept für Landnutzung, das ein- und mehrjährige Pflanzen, Tiere, Boden, Wassermanagement und menschliche Bedürfnisse zu komplex vernetzten, produktiven Gemeinschaften verbindet."

Das Besondere daran ist, dass dahinter nicht nur ein wirtschaftliches Konzept, sondern eben auch eine Philosophie steht. 


Permakultur ist also ein ganzheitliches System, das Kreisläufe aus der Natur kopiert und diese im Betrieb integriert darstellt. Menschen versuchen so ein Ökosystem nachzustellen, um möglichst naturgetreu zu wirtschaften.

Dabei wird versucht Materialien und Gegebenheiten vor Ort bestmöglich zu nutzen.

Also ganz nach der Philosophie: arbeite mit dem, was du hast! Bei der Permakultur wird versucht, von der Natur zu lernen. Wir finden das einen sehr schönen Ansatz, denn da kann doch noch einiges beirumkommen!


Während bei der konventionellen Landwirtschaft nur einzelne Prozesse betrachtet und optimiert werden, versucht die Permakultur das Große Ganze zu erkennen und verstehen  und durch das Zusammenspiel einzelner Elemente ein stabiles System zu bilden.

Langfristig sollen landwirtschaftliche Abläufe möglichst ohne menschliches Eingreifen gut funktionieren!


Um ein wenig tiefer in die Materie einzutauchen ...


Permakultur basiert auf 3 ethischen Grundprinzipien:

  1. Care for the Earth - arbeite lieber mit als gegen die Natur.
  2. Care for the people - das Ziel der Permakultur ist es letztendlich, Lebensmittel  für Menschen im Einklang mit der Natur zu generieren und Grundlagen zu ermöglichen.
  3. Fair shares - auch natürliche Ressourcen haben Grenzen, weshalb Überkonsum und ungerechte Verteilung kritisch gesehen werden.


Insgesamt ist Permakultur also ein weiterer, naturbewusster und gesellschaftskritischer Ansatz der Landwirtschaft und bringt viele Vorteile mit sich.


Schön zusammengefasst hat es der andere Gründervater der Permakultur, David Holmgren: "Permakultur ist ein kreativer Gestaltungsansatz, der auf eine Welt schwindender Energie- und Ressourcenverfügbarkeit reagiert."


Aber was genau gehört denn jetzt eigentlich dazu? 


Beispiele sind unter anderem Kompostsysteme, Hügelbeete, nachhaltiger Bodenaufbau und Aquaponicsysteme.

Oder, um es etwas Bildlicher darzustellen: im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft lassen viele Permakulturist:innen ihre Pflanzen zur Blüte kommen, sodass sie sich selbst aussäen. So wird immer weniger menschliches Eingreifen nötig. Und voilá: eine Grundlage für permanentes, umweltfreundliches landwirtschaften ohne größeren menschlichen Einfluss ist geschaffen!

Wagen wir es noch einen Schritt weiter und schauen uns genauer an, worauf Permakultur basiert, stoßen wir auf die 12 Prinzipien die auf den 3 ethischen Grundvorstellungen basieren.
Diese Prinzipien fassen in knappen Leitsätzen zusammen, was widerstandsfähige und nachhaltige Systeme ausmacht.

  1. Beobachte und interagiere: aus Beobachtungen in der Natur Lösungen entwickeln
  2. Sammle und speichere Energie (zum Beispiel: Solarenergie )
  3. Erwirtschafte Überschüsse
  4. Erkenne und nutze Selbstregulation in Systemen
  5. Nutze und schätze erneuerbare Energien
  6. Produziere keinen Abfall
  7. Entwerfe Muster bis ins Detail
  8. Kooperation statt Konkurrenz 
  9. Nutze kleine und langsame Lösungsansätze
  10. Nutze und schätze Vielfalt
  11. Nutze Randzonen und schätze Marginale
  12. Nutze Veränderungen und begegne ihr mit Kreativität


Die Prinzipien ermöglichen es, eine nachhaltige und langfristig umweltfreundliche Landwirtschaft zu etablieren. Aber wie genau wird das umgesetzt? Wie wird Permakultur geplant?


Der erste Schritt ist die "Site analysis" (beobachten). Die gesamte Umgebung wird gescannt und Begebenheiten wie die Wasserqualität/ Bodenqualität/ Zugang zu Wasser ( = natural variables) werden registriert und dokumentiert.

Der nächste Schritt ist die "Sector analysis" (analysieren und bewerten). Hierbei wird versucht ein gutes Verständnis der äußeren Einflüsse auf das Grundstück zu gewinnen. Je nachdem, wo das Grundstück liegt, sollten folgende Faktoren bedacht werden: Wildtiere, Bereiche mit schöner Aussicht, Intensität der Sonneneinstrahlung, Verschattung, Wind und Lärm. 

Als drittes steht die Verschriftlichung all dieser Analysen an - um vorausschauend planen zu können werden detaillierte Entwürfe erstellt.

Im letzten Schritt wird das Grundstück in verschiedene (Aktivitäts-)Zonen aufgeteilt. Je nachdem wie viel Platz zur Verfügung steht, sind das zwischen zwei und sechs Zonen. 


Zusammenfassend kann also gesagt werden: Permakultur basiert auf vielen naturbezogenen Prinzipien, die sowohl wirtschaftliche als auch ethische Fragen aufgreifen. Gutes und vorausschauendes Planen sind essentielle Faktoren für eine funktionierende Kreislauf Landwirtschaft - die Permakultur!